Interview
Bäder mit Wohlfühlcharakter
ZUHAUSE WOHNEN traf Designerin Patricia Urquiola in Barcelona und sprach mit ihr über ihre neuesten Schöpfungen
Wenn Patricia Urquiola ihre neuesten Schöpfungen erklärt, zeichnet sie mit den Händen klare Linien in die Luft – so entschlossen und präzise sind auch ihre Entwürfe: Die Kollektion „Axor Urquiola“ feierte Ende November in Barcelona ihre Premiere. Der Schauplatz, das Museu Marítim in der Avenida de les Drassanes, ist eine Hommage an das Naturelement Wasser: Die hohen historischen Hallen liegen am Hafen, früher wurden darin Schiffe gezimmert. Hier fühlt sich die Designerin wohl. Über vier Jahre habe die Entwicklung der neuen Linie gedauert, Ansprechpartner und Impulsgeber war Philippe Grohe, Chef der Designmarke Axor im Haus Hansgrohe aus dem Schwarzwald. „Eine Frau möchte nicht, dass ihr Partner ihr beim Zähneputzen zusieht“, erklärt die Spanierin mit warmer Altstimme. Also gibt es keine Doppelwaschtische. Und: „Wasser ist kostbar.“ Ihre neuen Armaturen wirken edel wie Schmuckstücke und huldigen dem Element. „Ich hasse monumentale Bäder.“ Badewannen und Waschschüsseln sind deshalb filigran aus robustem Mineralguss gefertigt und betonen die poetische Note ihrer Kreationen. Schlitze an den Stirnseiten sollen an traditionelle Waschzuber erinnern. Sie wiederholt: „Intimität ist wichtig.“ Dafür sorgt auch ein Paravent, der als Clou zugleich Heizkörper ist. Der Designerring mit beweglichen kleinen Kugeln klingelt leise, während sie erklärt: „Mit meiner Kollektion will ich die Natur zurück ins Bad holen.“ Ohne Pflanzen ist ihr Konzept undenkbar.
Quelle: Zuhause Wohnen, Ausgabe 03/2009
Zuhause Wohnen, Ausgabe 05/2012





