Kristallglasmanufaktur Theresienthal
Glanzstücke aus Glas

Was unterscheidet Industrieware von handgefertigten Kostbarkeiten? Die Kristallglasmanufaktur Theresienthal im Bayerischen Wald hat diese alte Kunst für Freunde feiner Tischkultur gegen alle Widrigkeiten bewahrt.

Dunkel ist der Bayerische Wald, neblig und rau, zumindest, wenn man im November dorthin reist. Um so glänzender ist das Produkt, das hier entsteht und für das die Region, die einst Rohstoffe und Brennholz lieferte, seit Jahrhunderten berühmt ist: Kristallglas.

2006 ERWARB Finanzexperte Max Freiherr von Schnurbein die Mehrheitsanteile von Theresienthal und führt seither die Geschäfte.

Weil König Ludwig I. den führenden Manufakturen in Böhmen und Frankreich trotzen will, fördert er die Gründung einer Hütte bei Zwiesel. Er nennt sie und das Tal, in dem sie liegt, nach seiner Frau. So entsteht 1836 die Kristallglasmanufaktur Theresienthal. Bald beliefert man europäische Königshäuser und Fürstenhöfe, später auch die gut betuchte Gesellschaft, noble Restaurants und Geschäfte. Kristall bezaubert durch extrem glatte Oberflächen und brillanten Glanz. Über Generationen wird das Können der Glasmacher weitergegeben und verfeinert. Beauftragte Künstler füllen das Archiv mit wunderschönen Formen. Anfang der 1960er-Jahre, die Zeit der üppigen Tischkultur, erreicht die Produktion ihren Höhepunkt.

AN DIE MÄRCHEN aus 1001 Nacht erinnern die Teetassen und Teller „Marrakesch“. Mit kostbarer Goldborte, ca. 180 Euro, oder kunstvoll handbemalt mit orientalisch anmutenden Motiven, ca. 215 Euro

Über 300 Menschen arbeiten für Theresienthal. Dann wendet sich das Blatt. Managementfehler treiben das Unternehmen in die Krise, 2001 steht es fast vor dem Aus. Doch die verbliebenen Arbeiter geben nicht auf. Trotz Insolvenz pflegen sie ihre Hütte weiter. Daraufwird die Eberhard-von-Kuenheim-Stiftung aufmerksam. Zusammen mit Beratern und Fachleuten startet sie ein Rettungsprogramm für die Firma.


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Quelle: Zuhause Wohnen, Ausgabe 03/2010