Gärten vom Experten
Traumgarten

Von Frühling bis Herbst: In diesem norddeutschen Garten blüht ein rauschendes Fest der Farben. Plus: Pflegetipps und neue Sorten!

Kaum zu glauben, dass hier nur Weidegras und Eichen wuchsen. Heute verwandelt sich das Grundstück jeden Mai in ein Farbenmeer aus Rhododendronblüten. Das Wagnis der Besitzer hat sich ausgezahlt: Im Jahr 1986 renovierten sie einen Resthof und gaben auch dem Grundstück ein neues Gesicht – jetzt leben sie in einer grünen Idylle.

Die Planungsidee entstand damals auf Gartenreisen: Wie bei englischen Herrensitzen wurden Beete in Hausnähe intensiv und zu den Außenbereichen immer naturnaher gestaltet. Dieses Konzept reduzierte geschickt den Arbeitsaufwand und förderte die Natur: Nun singen Rotkehlchen im Weißdorn und kecke kleine Zaunkönige versorgen im Efeu ihren Nachwuchs.

Beim Anlegen waren trotz eigener Kompetenz stets Fachleute mit dabei: Ohne ein gutes, vom Gärtner angelegtes Pflanzbett aus Torf und Eichenlaubkompost wären selbst robuste Anfängersorten wie die weiße ‘Cunningsham’s White’ oder die rosaviolette ‘Roseum Elegans’ nicht so problemlos gewachsen. Dafür ist der Mergelboden zu kalkhaltig. Für den Bau des großen Sees war dieses Manko allerdings ideal: Die wasserundurchlässigen Steinschichten im Boden ersparten, teure Teichfolie zu verlegen. Und selbst in trockenen Sommern schwankt der Wasserpegel nur minimal.

Während der letzten Jahre hat Gärtner Christian Bahl die Anlage betreut. „Wichtig sind Farbthemen im Saisonverlauf. Der Mai ist lila-rot vor Rhododendron, danach kommt die rosa-weiße Rosenphase, später sorgen Lavendel und Katzenminze für blauviolette Wogen“, erzählt der Experte, „auch geringer Zeitaufwand für Pflege war ein bedeutsamer Punkt.“ Jetzt, wo die Grundzüge gelegt sind, konzentriert sich Christian Bahl auf neue Pflasterideen – die Besitzer dagegen auf den Genuss. Wie köstlich sind im Herbst die ersten Äpfel von noch jungen Hochstämmen! Im Gegensatz zur genormten Ware aus Übersee schmecken alte Sorten wie ‘Freiherr von Berlepsch’ oder ‘Signe Tillisch’ viel intensiver. In diesen Wochen allerdings tauchen sie in ihr Blütenmeer ein.


Schlagwörter: blumen, garten, Pflanzen
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Quelle: Zuhause Wohnen, Ausgabe 05/2011