Energie sparen

100 Grad auf Knopfdruck

Heißes Wasser direkt an der Armatur erzeugen? Das spart Energie und kostbares Nass, denn oft dauert es, bis die Wunschtemperatur erreicht ist. Aktuelle Systeme im Überblick.
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Wohl kein zweites Lebensmittel wird für Getränke oder beim Zubereiten von Speisen so häufig benötigt wie Trinkwasser. Oft brauchen wir es kochend heiß und bringen es deshalb im Topf oder Wasserkocher auf Temperatur. Das kostet Zeit, Energie und ist lästig, wenn wir nur kurz eine Babyflasche sterilisieren oder eine Tasse Tee zubereiten wollen. Eine komfortable Alternative bieten jetzt Systeme, die heißes und sogar kochendes Wasser ohne Wartezeit liefern, gezapft aus einer Zusatzarmatur für den nachträglichen Einbau neben der Spüle. Für alle, die ihre Küche gerade neu planen, bieten viele Hersteller natürlich auch kombinierte Armaturen an. Dass beim Griff zum Wasserhahn nicht versehentlich kochendes Wasser fließt, verhindert eine ausgeklügelte Bedienung. Sie soll auf diese Weise Verbrühungen vorbeugen. Unterbaumodelle sorgen dafür, dass kein zusätzliches Gerät die Küchenarbeitsfläche vollstellt, im Gegenteil: Der Wasserkocher darf getrost abgeräumt werden. Für stark kalkhaltiges Leitungswasser eignen sich mit Filtern ausgestattete Systeme, eine Wohltat nicht nur für Teetrinker. Wasser von 65 bis 100 Grad direkt aus dem isolierten

Wasserhahn verspricht zeitsparenden Genuss und Komfort. Weniger heiß, aber nicht minder komfortabel fließt erwärmtes Wasser aus platzsparenden Kleinspeichern und Durchlauferhitzern. Sie erwärmen nur die exakt benötigte Wassermenge und stellen sie auf kürzestem Wege zur Verfügung, z. B. für das Waschbecken im Gäste-WC oder Hobbyraum. Elektronisch geregelte Durchlauferhitzer mit wählbarer Auslauftemperatur sind zuverlässige Warmwasserlieferanten ohne Überraschungen und sparen im Vergleich zu den älteren hydraulischen Modellen bis zu 30 % Energie. Ein Energieeffizienzlabel kennzeichnet ab September 2015 europäische Warmwassergeräte. Die Effizienzklassen,wie wir sie bereits von Kühlschränken kennen, helfen den Energieverbrauch der Geräte besser einzuschätzen. Allerdings: Bereits innerhalb einer Effizienzklasse, z. B. für Durchlauferhitzer, gibt es große Unterschiede beim Verbrauch. Wichtig ist daher, auch die anderen Informationen des Labels zu beachten: Das Zapfprofil gibt Auskunft über die Wasserdurchflussmenge in Litern pro Minute. Soll lediglich ein Handwaschbecken oder aber ein ganzes Badezimmer mit Becken, Dusche und Wanne versorgt werden? Nur Durchlauferhitzer in einer Größe, die zum Warmwasserbedarf passen, lassen sich sinnvoll vergleichen. Denn es liegt auf der Hand, dass nur optimal dimensionierte Geräte wirklich effizient arbeiten.

Stufenlos

Dank Untertischmontage fügt sich der kompakte Kleinspeicher „SNU SL“ problemlos in jedes Küchendesign ein. Die stufenlose Einstellung von 35–85 Grad sorgt dafür, dass Wasser zu jeder Zeit in gewünschter Wärme entnommen werden kann. Die wählbare Temperaturbegrenzung dient dabei als Verbrühschutz (wichtig für Familien mit Kindern) und spart außerdem sinnvoll Energie. Modell mit 5 oder 10 l, ab ca. 170 Euro (Stiebel Eltron).

Hebelwirkung

Klar in Design und Bedienung ist die Wasserzapfstelle „Water Dispenser“. Drückt man den Hebel nach hinten, fließt gefiltertes kaltes Wasser, bewegt man ihn nach vorne, strömt 93 Grad heißes Wasser aus dem Hahn. So ist schnell ein Heißgetränk zubereitet und der kühle Schluck nicht fern, ab ca. 1700 Euro (Dornbracht).

Siedepunkt

Für kochendes Wasser zu jedem Zeitpunkt sorgt „Quooker“. Sein Hahn „Modern“ ist auf der Arbeitsfläche installiert, das Reservoir passt unter das Spülbecken. Kindersicherung und isolierter Hahnauslauf sorgen für gefahrlose Bedienung. Ob Kaffee- oder Nudelwasser, alles ist im sprichwörtlichen Handumdrehen fertig, ab ca. 1000 Euro (Quooker).

Gereinigt

Wer in seiner Küche „Zip HydroTap Miniboil“ einsetzt, kann stets gefiltertes, kochend heißes und frisches Leitungswasser aus der speziellen Armatur zapfen. Das Gerät selbst verschwindet platzsparend unter der Spüle. Es wird inklusive einer leicht auswechselbaren Feinfilterpatrone mit Aktivkohleblock geliefert, ca. 1800 Euro (Clage).

Nie mehr Wasserkisten schleppen

Das System „Grohe Blue Mono“ liefert gefiltertes, perfekt temperiertes und mit Kohlensäure versetztes Wasser direkt aus dem separaten Hahn. Dabei kann jeder nach Belieben zwischen still, medium oder kräftig sprudelnd wählen, ca. 2250 Euro (Grohe).

Kombinierte Armatur

Das System „Blanco Hot“ ergänzt eine übliche Mischbatterie mit einem zusätzlichen Drehgriff für den speziellen Boiler unter der Spüle. Bei der Heißwasserversorgung kann die Temperatur zwischen 65 Grad und annähernd 100 Grad eingestellt werden. Ein separater Wasserkocher wird überflüssig, denn kochendes Wasser ist immer verfügbar – komfortabler und zeitsparender geht es nicht, ab ca. 1000 Euro (Blanco).

Sparsam

Der richtige Einsatzort für den elektronisch geregelten Klein-Durchlauferhitzer „MCX Smartronic“ ist z. B. das Handwaschbecken im Gäste-WC. Er erwärmt das Wasser nur, wenn es benötigt wird direkt an der Zapfstelle, dadurch entfallen Energie- und Wasserverluste, ab ca. 270 Euro (Clage).

Auf Nummer sicher

Bei dem Boilersystem „Grohe Red“ gibt es neben kaltem und warmem Wasser stets auch kochend heißes. Das ist praktisch, birgt jedoch – für Groß und Klein – auch ein Risiko. Das wird mit der Sicherung „ChildLock“ minimiert: Damit kochendes Wasser fließt, wird zunächst der linke Griff gezogen, bevor man ihn dreht. So lassen sich die Vorzüge der Armatur sorgenfrei genießen: Das Gemüse ist sofort blanchiert und die Pasta kommt in Rekordzeit auf den Tisch, ab ca. 1400 Euro (Grohe).