Frischluft fürs Haus

Fertighaus für Naturfans

Die Eheleute Kitzmann-Kroth heizen mit Außenluft. Das schont Geldbeutel und Umwelt ganz besonders. So freuen sich die beiden über das Wohlfühlklima im Fertighaus, das der Hersteller für sie maßgeschneidert hat – und über die nahe Natur

Papier ist geduldig.Und so hat Rainer Kroth erst einmal genau geprüft, ob der Heizwärmebedarf des künftigen Eigenheims dem vom Passivhaus Institut Darmstadt definierten Standard entspricht.Maximal 15 kWh/m2darf ein Gebäude demnach im Jahr zum Heizen verbrauchen.Das Ergebnis überzeugte den Physiker und seine Ehefrau Marion Kitzmann-Kroth. Sie wählten den Fertighaushersteller Schwörer für ihr neues Zuhause in einer ländlichen Gemeinde am Bodensee.

Konstruktion und Technik sorgen perfekt aufeinander abgestimmt für den geringen Energiebedarf. Extragut eingepackt ist das Haus mit 46 cm dicken Außenwänden sowie mit zweimal 24 cm starkem Dämmstoff fürs Dach. Zusammen mit zweifach verglasten Kastenfenstern entweicht kaum Wärme durch die luftdichte Hülle. Für Wohlfühltemperaturen im Inneren sorgt die „Frischluftheizung“: Die Außenluft wird angesaugt,zugleich werden Pollen,Staub und Schmutz herausgefiltert. Ein Wärmetauscher temperiert sie mit der in der Abluft enthaltenen Energie. Eine Wärmepumpe bringt sie dann auf eine zentral vorgewärmte Temperatur. Bevor sie in Schlaf- und Wohnzimmer strömt,wird sie vor den Räumen individuelle thermostatgesteuert nachgeheizt. Der Kreislauf schließt sich, indem in Küche, Bad und Toilette die verbrauchte Luft samt Gerüchen und Feuchtigkeit abgesaugt und als Energiequelle dem Wärmetauscher zugeführt wird.

Daten und Fakten
  • Baujahr: 2006
  • Baukosten: ca. 290 000 Euro
  • Wohnfläche: 155 m2
  • Hersteller: SchwörerHaus, Hans-Schwörer-Straße 8, 72531 Hohenstein-Oberstetten, Tel. 0 73 87/16-0
  • Jahresheizwärmebedarf: 15 kWh/m2a

Neben den niedrigen Energiekosten genießen die Bauherren ein stets ausgeglichenes Wohnklima. „Durch die großen Südfenster ernten wir mit dem Licht zusätzliche Sonnenwärme. Dabei ist der Standort nicht ganz optimal: Durch den nahen See haben wir im Winter manchmal Nebel. Dennoch kommen wir ganz wunderbar ohne übliche Heizung aus“, erzählt Marion Kitzmann-Kroth. Denn zum einen ist das Klima hier insgesamt milder als anderswo in Deutschland. Zum anderen kommt durch die dicke Dämmung keine Kälte ins Haus – im Gegenteil: „An sonnigen Wintertagen kann ich zu viel Hitze durch geöffnete Fenster hinauslüften.“ Den Bedarf an warmem Brauchwasser decken Sonnenkollektoren auf dem Dach.

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