Kleingärten in der City Schrebergärten: 10 Tipps vom Profi

Viele stehen im Stau auf dem Weg ins Grüne, andere Stadtbewohner haben Glück: Ihr Schrebergarten liegt um die Ecke, ein Traum für junge Familien. Mit dem Image wandelt sich auch die Optik. ZUHAUSE WOHNEN gibt Tipps für moderne Lauben.

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Kleingärten sind begehrt wie nie! Ob als Wochenendziel für die Familie, Paradies für Blumenfans in bequemster Citylage oder Füllhorn mit Obst und Gemüse in Bio-Qualität – allein in Deutschland gibt es über vier Millionen glückliche Nutzer.

  1. Gesucht – gefunden Für eine eigene Parzelle schaut man am besten bei den Kleingartenvereinen vor Ort. Der Vorsitzende zeigt gern die freien Parzellen samt Laube, stellt die Nachbarn für ein kurzes Kennenlernen vor. Oft zeigt schon der sprichwörtliche Blick über den Gartenzaun, ob man sich in einer Gemeinschaft wohlfühlen könnte oder lieber weitersucht.
  2. Wie hoch sind die Kosten? Schrebergärten sind Pachtflächen auf städtischem Gelände – das macht sie so günstig. Die Ausgaben berechnen sich wie folgt: 10–90 Cent pro m2 Fläche – je nach Stadt –bei einer Normgröße von 400 m2. Dazu einmalig je nach Gartenzustand 1000–7000 Euro Ablösesumme bei Übernahme. Schließlich noch jährlich 100–300 Euro Nebenkosten – im Schnitt sind das lediglich 1 Euro pro Tag!
  3. Wer hilft mir? Erster Ansprechpartner ist der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. (Tel. 0 30/30 20 71 40, www.kleingarten-bund.de). Hier sind 19 Landesverbände mit insgesamt 15 200 Kleingärtnervereinen organisiert. Ein Verein oder gleich mehrere sind bestimmt auch in Ihrer Nähe.
  4. Eine große Gemeinschaft Das Engagement im Verein bringt sogar internationale Kontakte: Zwischen Berchtesgaden und Flensburg feiern Menschen aus über 80 Nationen gemeinsame Feste. Toll für Kids: Die Schreberjugend organisiert Treffen, Ferienfreizeiten und internationale Begegnungen (Tel. 0 30/25 46 99 64, www.deutsche-schreberjugend.de).
  5. Ordnung muss sein Ein paar feste Regeln erleichtern das Zusammenleben: Die berühmte Drittelung der Fläche setzt sich aus je einem Drittel gärtnerischem Anbau (Obst, Gemüse), baulicher Nutzung (Laube, Wege) und Erholungsnutzung (Rasen, Blumenbeete) zusammen. Wichtig sind Mittagsruhe von 13–15 Uhr und Nacht ruhe von 22–7 Uhr. Ein Gewächshaus oder fester Gartengrill bedürfen einer Genehmigung. Gehölzlisten schützen vor Pflanzfehlern und Verschattung durch zu hoch wachsende Bäume.
  6. Rund um die Gartenlaube Maximal 24 m2 darf das Häuschen messen – groß genug, um hier dank Wasser, Strom und Campingtoilette auch mal am Wochenende zu übernachten. Dauerhaftes Wohnen ist allerdings nicht erlaubt und jede bauliche Veränderung sollte vorher abgestimmt werden.
  7. Wie lerne ich gärtnern? Der beste Tipp: Alles langsam angehen lassen, den Garten eine Saison genau beobachten und von den Nachbarn lernen. Hilfreich: Kurse der Vereine z. B. zu Bodenbearbeitung oder Winterschnitt an Obstbäumen besuchen. Leicht verständliche Fachtexte findet man auf der Website des Bundesverbands (www.kleingarten-bund.de, erst auf „Service“, dann auf „Download“ klicken).
  8. Reiche Ernte für Anfänger Möhren, Mangold und Kaiserschoten sind gut für das grüne Ego. Kräuter und seltene Salatsorten lohnen sich immer, weil sie auf dem Markt sehr teuer sind. Tipp: Viel Arbeit sparen vorgezogene Jungpflanzen vom Gärtner.
  9. Aktion Eichhörnchen Wohin mit der Ernte? Spinat, Erbsen oder Bohnen landen im Tiefkühler. Kaum bekannt – auch Gurken und Paprika lassen sich prima einfrieren. Möhren, Pastinaken und Kartoffeln werden dagegen in eine Einkaufsklappbox in Sand eingeschichtet und im kühlen Keller eingelagert.
  10. Ein wenig Historie Der erste Kleingartenverein entstand 1814 in Kappeln an der Schlei. Hier parzellierte und verpachtete ein Pastor das Kirchenland – und zwar mit einer ersten Gartenordnung. Danach gab es mehrere Entwicklungen wie Armengärten, Arbeitergärten sowie die Schreberbewegung. Sie entstand aus Spielplätzen mit kleinen Beeten für Stadtkinder, die sich langsam in Familienkleingärten wandelten. Tipp: Besuchen Sie mal das Deutsche Kleingärtnermuseum, Aachener Str. 7, 04109 Leipzig, Tel. 03 41/2 11 11 94, www.kleingarten-museum.de, Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 10–16 Uhr.
Schöne Gartendekos

Autor: Arne Janssen

Quelle: Zuhause Wohnen, Ausgabe 06/2010